Laminat an Heizungsrohren verlegen – Ausführliche Anleitung

Laminat um Heizungsrohr verlegt

Wer Laminat oder einen anderen Bodenbelag verlegen möchte, hat häufig mit den Ab- und Zuleitungen der Heizkörper zu kämpfen, die an einer oder mehreren Stellen des Raumes aus dem Estrich ragen. Mit der richtigen Planung und Technik stellen Heizungsrohre bei der Verlegung von Laminat aber kein Problem dar. Wir zeigen ausführlich wie die Verlegung von Laminat an Heizungsrohren perfekt gelingt!

Inhaltsübersicht:

Verlegemuster bei Heizungsrohren vorab genau planen
Heizungsrohre an der Längsseite des Laminats
Heizungsrohre an der Stirnseite des Laminats
Heizungsrohre inmitten einer Diele
Heizungsrohre an mehreren Seiten des Raumes

Verlegemuster bei Heizungsrohren vorab genau planen

Die Lage von Heizungsrohren sollte unbedingt vor der Verlegung bei der Planung des Verlegemusters berücksichtigt werden. Im Idealfall wird der Boden immer so verlegt, dass die Rohre der Heizung später genau am Übergang von zwei Dielen liegen. Also dort, wo die Nut der einen Diele auf die Feder einer anderen Dielen trifft. Das hat den folgenden Grund: Um das Laminat um die Heizungsrohre herum zu bekommen, müssen immer ein Diele von vorne und eine von hinten um die Rohre gelegt und auf deren Höhe miteinander verbunden werden. Die Dielen können aber logischerweise nur dort miteinander verbunden werden, wo Nut und Feder aufeinandertreffen. Die beiden Abbildungen zeigen (etwas vereinfacht in einem sehr kleinen Raum) wie das Verlegemuster an die Heizungsrohre angepasst werden muss.

Verlegemuster von Laminat an Heizungsrohren

Im ersten Fall erfolgt die Verlegung parallel zu den Heizungsrohren. Die Längsseiten der Dielenreihen treffen also genau in der Mitte der Heizungsanschlüsse aufeinander.

Im zweiten Fall erfolgt die Verlegung quer zu den Heizungsrohren, hier treffen die Stirnseiten der Laminatdielen in der Mitte der Heizungsrohre aufeinander. Außerdem ist bei der Planung zu beachten, dass sowohl Zu- als auch Ablauf der Heizung innerhalb einer Dielenreihe liegen sollten. Wären die Heizungsrohre auf 2 Dielenreihen verteilt, würden die Verbindungen an den Stirnseiten beider Reihen auf der gleichen Höhe liegen (siehe Abbildung). Die Dielen in nebeneinanderliegenden Reihen sollten aber immer einen gewissen Versatz haben.

Wie bei Verlegung an den Anschlüssen der Heizung genau vorzugehen ist, dazu kommen wir jetzt. Je nach dem, ob die Heizungsrohre an der Stirnseite oder der Längsseite liegen, ist die Vorgehensweise leicht unterschiedlich. Außerdem zeigen wir Lösungen für Sonderfälle, wie mehrere Heizungsrohre in einem Raum, oder wenn die Heizungsrohre in der Mitte einer Diele liegen sollten.

Parkettkaiser

Heizungsrohre an der Längsseite des Laminats

Hat man sich dazu entschieden, die Laminatreihen parallel zu den Heizungsrohren zu verlegen, sollte mit der Verlegung des Bodens an der Raumseite begonnen werden, an der die Anschlüsse des Heizkörpers aus dem Boden ragen. Die unten stehende Grafik veranschaulicht die folgende Beschreibung. 

Heizungsrohre an Längsseite des Laminat

Zunächst wird die Entfernung von der Mitte des Heizungsrohres bis zur Wand gemessen. Abzüglich der Dehnungsfuge von 8-10 mm ergibt sich die Tiefe, auf die die erste Reihe des Bodens zugeschnitten wird. Die Position der Stirnseiten spielt keine Rolle. Es sollte lediglich auf einen ausreichenden Versatz zur nächsten Bahn geachtet werden. (1) 

Die erste Reihe wird dann an den Stirnseiten verbunden und erst einmal vor die Heizungsrohre geschoben. Anschließend wird direkt die zweite Reihe angepasst und mit der ersten Reihe verbunden. Jetzt können die Bohrlöcher für die Durchführung der Heizungsrohre angezeichnet werden: Dafür einfach eine gerade Linie von der Mitte des Rohres bis zur Längsfuge der beiden Dielenreihen anzeichnen. (2)

Mit einem Forstnerbohrer* werden anschließend die Löcher in das Laminat gebohrt. Die Dielen bleiben dafür alle miteinander verbunden. Der Durchmesser des Bohrers sollte dem Durchmesser des Heizungsrohres + 15-20mm für die Dehnungsfuge entsprechen. Beim Bohren gegebenenfalls eine Unterlage verwenden, um die Trittschalldämmung nicht zu beschädigen. (3)

Im nächsten Schritt werden die Bahnen wieder voneinander gelöst. Die ersten Bahn kann jetzt in ihrer korrekten Position, hinter den Heizungsrohren, platziert und verkeilt werden. (4)

Die zweite Bahn muss dann nur noch wieder passgenau mit der ersten Bahn verbunden werden. Anschließend können alle weiteren Reihen wie gewohnt verlegt werden. (5)

Tipp: Um die Dehungsfuge am Ab- und Zulauf der Heizung abzudecken, gibt es Manschetten in verschiedenen Größen*.

Heizungsrohre an der Stirnseite des Laminats

Hat man sich dazu entschieden, die Laminatreihen im 90 Grad Winkel zu den Anschlussleitungen des Heizkörpers zu verlegen spielt es keine Rolle an welcher Seite des Raumes man mit der Verlegung beginnt. Die Bahnen werden wie gewohnt verlegt, bis man die Heizungsrohre erreicht hat. Dann ist wie folgt vorzugehen:

Heizungsrohre an Stirnseite des Laminats

Im ersten Schritt wird eine ganze Diele in der vorherigen Reihe eingehangen und bis an die Anschlussrohre der Heizung geschoben. Auf der Diele werden dann die Mittelpunkte der Heizungsrohre mit einem Bleistift angezeichnet. Dann wird der Abstand von der Stirnseite der Diele bis zur Wand gemessen. (1)

Von dieser Zahl wird dann die Dehnungsfuge von 8-10mm  und der halbe Durchmesser des Heizungsrohres abgezogen. Die Zahl entspricht der Länge des Stückes, das hinter die Rohre kommt. Dieses Stück wird anschließend aus einer neuen Diele zurecht gesägt. Dabei aufpassen, dass die Nut bzw. Feder des zugesägten Stückes auch das passende Gegenstück zu der bereits eingehängten Diele darstellt. (2)

Die bereits eingehängte Diele wird jetzt wieder herausgenommen und mit dem eben zugesägten Stück verbunden. Die Bleistiftmarkierungen kennzeichnen jetzt die Mittelpunkte der Bohrlöcher für die Aussparungen der Heizungsrohre. An diesen Punkten werden mit einem Forstnerbohrer* Löcher in den Bodenbelag gebohrt. Der Durchmesser des Forstnerbohrers richtet sich nach dem der Durchmesser des Zulaufs/Ablaufs + 15-20mm für die Dehnungsfuge. (3)

Die Verbindung der beiden Laminatstücke wird danach wieder gelöst. Das kurze Stück wird nun hinter den Heizungsrohren grob in Position gebracht und an der Stirnseite mit dem Gegenstück verbunden. Für eine besondere starke Verbindung empfiehlt es sich die Verbindungsstelle mit etwas Holzleim zu versehen. Die gegebenenfalls noch fehlenden Dielen der Bahn können nun ergänzt und mit dem vorhandenen Stück verbunden werden. Erst wenn alle Stücke der Bahn an den Stirnseiten miteinander verbunden sind, wird die komplette Bahn mit der Längsfuge der vorherigen Bahn verbunden (Ausnahme: Bei Fold Down Laminat können die Dielen auch einzeln verlegt werden). Das Laminat ist damit sauber um die Heizungsrohre verlegt und die Verlegung kann wie gewohnt fortgesetzt werden (4).

Heizungsrohre inmitten einer Diele

Heizungsrohre inmitten der Laminatdiele

Das Laminat wird zunächst so weit wie möglich an die Anschlüsse der Heizung verlegt. Dann wird die Entfernung von der letzten Reihe zur Wand gemessen. Abzüglich 8-10mm für die Dehungsfuge ergibt sich die Tiefe der Laminatdiele zwischen Wand und Heizungsrohren. (1)

Die Diele wird auf das entsprechende Maß zugeschnitten und dann bis an die Heizungsrohre geschoben. Anschließend können die Markierungen für die Bohrlöcher angezeichnet werden. Dafür zunächst die Entfernung von der Wand zur Mitte der Heizungsrohre abzüglich der 8-10 mm Dehnungsfuge messen. (2)

Dann einen Winkel an der Mitte der Heizungsrohre anlegen und die gemessene Entfernung vom Rand der Laminatdiele in die Mitte gehen. Dort ist der Mittelpunkt der Bohrlöcher. (3)

Anschließend die Löcher mit einem Forstnerbohrer* bohren. Dieser sollte einen Durchmesser von 15-20mm Dehungsfuge zuzüglich dem Durchmesser des Heizungsrohres besitzen. Danach mit einem scharfen Sägeblatt einen Schnitt zwischen den Löchern und zwei Schnitte schräg nach hinten machen, um das Stück hinter den Aussparungen herauszusägen, wie in der Abbildung gezeigt. (4)

Alle restlichen Dielen der Reihe können nun verlegt werden. Das ausgeschnittene Stück wird zum Schluss hinter den Heizungsrohren in Position gebracht. Die Schnittkanten werden mit Leim versehen und die Sägekante dann einfach wieder zusammengeklebt. Überschüssiger Leim kann mit einem nassen Lappen abgewischt werden. Nach dem Trocknen ist der Leim kaum noch sichtbar. (5)

Tipp: Die Verleimung wird noch besser wenn das Stück in Schritt 4 nicht gerade sondern mit einem 45 Grad Winkel herausgesägt wird. Dafür ist allerdings eine Stichsäge nötig, bei der der Schnittwinkel eingestellt werden kann. 

Heizungsrohre an mehreren Seiten des Raumes

In manchen Räumen befinden sich Heizungsrohre an zwei gegenüber oder nebeneinander liegenden Wänden. Dann ist es in der Regel auch nicht möglich, dass Verlegemuster so zu gestalten, dass an allen Heizungsrohren eine Längs- oder Querfuge des Bodens liegt. In der Abbildung unten ist das Problem gut zu erkennen. 

Laminat verlegen: Heizungsrohre an mehreren Raumseiten

In diesem Fall muss an einem der Heizungsrohr-Paare ein Stück aus der Laminatdiele herausgesägt und danach wieder angeleimt werden, wie im Abschnitt Heizungsrohre inmitten einer Diele näher erklärt. Dabei sollte man sich überlegen, welche Stelle des Raumes mehr ins Auge fällt und an dieser die Fuge einplanen. An der Stelle die weniger ins Auge fällt, wird dann das Stück ausgesägt und wieder eingeklebt. 

Übrigens: Für den Fall, dass deine Heizungsrohre auf Putz montiert sind, haben wir dir in einem eigenen Beitrag eine Anleitung verfasst, wie du diese mit Laminat verkleiden kannst: Sockelleiste aus Laminat für Heizungsrohre selbst bauen.

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