Polyethylenfolie (PE-Folie) als Dampfbremse auf dem Boden

Polyethylenfolie (PE-Folie) als Dampfbremse auf dem Boden

Polyethylenfolien, oder kurz PE-Folien, werden unter dem Dach oder unter Bodenbelägen verlegt und dienen dort als Feuchtigkeitsschutz. Was du bei der Auswahl einer PE-Folie als Dampfsperre und bei der Verlegung unter Bodenbelägen wie Laminat, Parkett oder Vinyl beachten musst, erfährst du in diesem Beitrag!

Inhaltsübersicht:

Aufbau und Einsatz der Polyethylenfolie
Wann eine Polyethlenfolie als Dampfbremse notwendig ist
Die PE-Folie korrekt verlegen
Zusammenfassung: Polyethylenfolie

Aufbau und Einsatz der Polyethylenfolie

Polyethylen ist der weltweit am häufigsten verwendete Kunststoff. Eine Polyethylenfolie ist also eine aus Polyethylen hergestellte dünne Kunststofffolie. In der Regel ist eine PE-Folie 0,1-0,3 mm dick. Meist sind die Folien einfach weiß, mal auch eingefärbt, z.B. bläulich. PE-Folie wird als Rollenware verkauft, z.B. in Mengen von 20 qm, 50 qm oder 100 qm. Die Folien sind sehr reißfest und robust.

Polyethylenfolien werden im Fußbodenbau als Dampfsperre bzw. Dampfbremse eingesetzt, die verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Untergrund an den Bodenbelag gelangen kann. Das ist bei Bodenbelägen aus Holz wichtig, damit diese nicht aufquellen oder schimmeln. Im Alltag werden die Begriffe Dampfsperre und Dampfbremse oft synonym verwendet. Fachlich genau genommen handelt es sich bei PE-Folien allerdings immer um Dampfbremsen, denn Polyethylen ist nicht vollständig feuchtigkeitsundurchlässig. Feuchtigkeit kann noch in sehr geringen Mengen durch eine Polyethylenfolie diffundieren. Der sogenannte sd-Wert einer Dampfbremsfolie gibt an, wie hoch diese Dampfdurchlässigkeit genau ist. Ab einem sd-Wert von über 1500 gilt eine Folie als vollständig dampfundurchlässig. Bei PE-Folien, die als Dampfbremse unter Bodenbelägen verlegt werden, sollte der sd-Wert größer als 100 sein. 

Wann eine Polyethlenfolie als Dampfbremse notwendig ist

Grundsätzlich musst du immer dann eine Dampfbremse unter deinem Bodenbelag verlegen,…

  • Wenn du einen feuchtigkeitsempfindlichen Bodenbelag verlegst. Darunter fallen Laminat, Klick Parkett, Kork oder Vinyl-Laminat mit einer Holzfaserträgerplatte. Denn alle diese Beläge enthalten Holz, das vor Feuchtigkeit aus dem Untergrund geschützt werden muss. Außerdem benötigst du eine Dampfsperre, wenn du eine Trittschalldämmung aus natürlichen Materialien wie Kork oder Holzfaser verwendest, da auch diese empfindlich gegen Feuchtigkeit sind.
  • Und wenn du auf einem mineralischen Untergrund verlegst, d.h. auf einem Estrich, Beton oder auf einem alten Fliesenbelag. Auf einem Holzuntergrund solltest du hingegen keine Dampfbremse verlegen.
  • Und wenn du deinen Bodenbelag schwimmend verlegst, also nicht mit dem Untergrund verklebst. Bei den meisten Bodenbelägen mit Klick System ist die schwimmende Verlegung Standard. Falls du deinen Bodenbelag allerdings verkleben möchtest, ist keine separate Dampfsperre notwendig, da der Kleber diese Funktion übernimmt.

Wenn du eine Dampfbremse benötigst, musst du allerdings nicht zwangsläufig eine Polyethylenfolie verwenden. Alternativ stehen nämlich noch andere Formen und Materialien von Dampfbremsen zur Verfügung. Besonders verbreitet sind integrierte Dampfbremsen, die in Form eine Aluminium-Folie bereits auf der Trittschalldämmung aufgebracht sind. Die Verlegung einer separaten Dampfsperre kann bei der Verwendung einer solchen Trittschalldämmung dann entfallen. Zusätzlich gibt es als Alternative zur Polyethylen- auch noch die Polypropylenfolie. Dabei handelt es sich um einen anderen Kunststoff, der allerdings ähnliche Eigenschaften besitzt.

Grundsätzlich solltest du immer eine Polypropylen- oder Polyethylenfolie seperat unter der Trittschalldämmung verlegen, wenn du eine natürlich Trittschalldämmung (Kork, Holzfaserplatten, etc.) auf einem mineralischen Untergrund verwendest. Ansonsten ist es dir überlassen, ob du lieber eine PE-Folie + Trittschalldämmung oder eine Dämmung mit integrierter Dampfbremse verlegst. Letztere hat den Vorteil, dass du dir einen Arbeitsschritt sparst. Dafür ist die PE-Folie robuster gegen Beschädigungen bei der Verlegung des Bodenbelags. Weitere Infos dazu bekommst du im Beitrag Boden Dampfbremse.

Die PE-Folie korrekt verlegen

Eine ausführliche Anleitung, wie du eine Dampfbremse verlegen musst, habe ich dir in einem weiteren Beitrag zusammengestellt. Daher hier nur die Kurzfassung:

  • Lasse die Polyethylenfolie an den Rändern ca. 15 cm hoch stehen, das überstehende Stück wird erst bei der Montage der Sockelleisten abgeschnitten.
  • Klappe deine Bahn auf, falls diese doppelt gefaltet aufgerollt wurde.
  • Lass die Bahnen ca. 20 cm überlappen, verklebe die Stöße mit einem geeigneten Klebeband.
  • Verlege anschließend die Trittschalldämmung und den Bodenbelag
  • Schneide die PE-Folie an Türen/Fenstern möglichst präzise zu, am besten erst, wenn du mit der Verlegung deines Bodenbelages an der Stelle angekommen bist.

Zusammenfassung: Polyethylenfolie

  • Eine Polyethlyenfolie ist eine ca. 0,1-0,3 mm dünne Kunststofffolie, die weitgehend feuchtigkeitsundurchlässig ist
  • Sie dient daher im Fußbodenbau als Dampfbremse, die unter dem Bodenbelag verlegt wird und verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Untergrund an diesen gelangen kann
  • Eine Dampfsperre ist bei schwimmend verlegten Bodenbelägen aus Holz auf mineralischen Untergründen notwendig
  • Alternativ zur Polyethylenfolie kannst du auch eine Polypropylenfolie oder eine Trittschalldämmung mit integrierter Dampfbremse verlegen

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