Laminat Dampfsperre: Eine Boden Dampfbremse richtig verlegen

Dampfsperre Boden

Eine Dampfsperre bzw. Dampfbremse wird unter Laminat oder Parkett verlegt, um den Boden vor Feuchtigkeit aus dem Untergrund zu schützen. Wann du eine Boden Dampfsperre benötigst und wie du das richtige Produkt findest und verlegst, erfährst du in diesem Beitrag. Außerdem gebe ich dir noch einige meiner besten Tipps zur Laminat Dampfbremse mit, die ich mir über die Jahre bei meiner Arbeit als Bodenleger angeeignet habe!

Inhaltsübersicht:

Die Funktion einer Dampfsperre unter Laminat oder Parkett
Wann du eine Dampfsperre benötigst
Die Auswahl der passenden Dampfsperre
Die Boden Dampfsperre für Laminat / Parkett verlegen
Häufige Fragen zur Dampfbremse auf dem Boden

Die Funktion einer Dampfsperre unter Laminat oder Parkett 

Eine Dampfsperre oder auch Dampfbremse wird vor der Verlegung eines Bodenbelages auf dem Untergrund verlegt. Es handelt sich um eine feuchtigkeitsundurchlässige Folie die verhindert, das Feuchtigkeit aus dem Untergrund an den Bodenbelag gelangen kann. Im Keller oder Ergeschoss, kann über das umliegende Erdreich Feuchtigkeit in den Boden kommen. In allen anderen Stockwerken über das Mauerwerk, oder über regelmäßig hohe Luftfeuchtigkeit in darunter liegenden Räumen. Steigt diese Feuchtigkeit durch den Untergrund auf kondensiert sie am Bodenbelag. Bei Bodenbelägen wie Laminat oder Parkett, die aus Holz bestehen, ist das ein Problem. Denn wenn Holz feucht wird nimmt es Schaden: Der Laminatboden beginnt zu Schimmeln oder quillt auf. Um das zu verhindern wird die Dampfsperre unter den Bodenbelag verlegt

Wann du eine Dampfsperre benötigst

Eine Dampfsperre benötigst du immer dann, wenn du einen feuchtigkeitsempfindlichen Bodenbelag schwimmend auf einem mineralischen Untergrund verlegst. Feuchtigkeitsempfindlich ist dein Bodenbelag immer dann, wenn er Holz enthält, das betrifft:

  • Laminat: Laminat besteht aus einer gepressten Holzfaserplatte und muss daher unbedingt vor Feuchtigkeit geschützt werden.
  • Parkett: Parkett besteht aus massiven Holz, das an der Unterseite ebenfalls empfindlich gegen Feuchtigkeit ist.
  • Kork: Ein Korkboden enthält meist ebenfalls eine Trägerschicht aus Holzfasern, außerdem ist auch der Kork selbst anfällig gegen Feuchtigkeit.
  • Vinyl mit HDF-Träger: Es gibt verschiedene Arten von Vinyl. Besitzt dein Vinyl eine Trägerplatte aus Holzfaser (HDF), muss darunter eine Dampfsperre verlegt werden. Das gleiche gilt, wenn dein Vinyl eine integrierte Trittschalldämmung aus Kork besitzt.
Dampfsperre unter Laminat verlegen
Bei der schwimmenden Verlegung von Laminat auf einem Estrich, wie hier zu sehen, muss eine Dampfbremse verlegt werden.

Eine seperate Dampfsperre ist aber nur notwendig, wenn dein Bodenbelag schwimmend verlegt, also nicht mit dem Untergrund verklebt wird. Bei einer Verklebung des Bodenbelages übernimmt der Klebstoff die Funktion einer Dampfsperre.

Außerdem ist eine Dampfsperre auf dem Boden nur dann nötig, wenn du auf einem mineralischen Untergrund verlegst, d.h. auf Estrich (Zement, Calciumsulfat, Gussasphalt,…) oder Beton. Auch auf einem vorhandenen Fliesenboden sollte eine Dampfsperre verlegt werden. Auf einem Holzboden, also z.B. Dielen oder OSB-Platten, sollte hingegen auf eine Dampfsperre verzichtet und stattdessen eine diffusionsoffene Trittschalldämmung verwendet werden.

Die Auswahl der passenden Dampfsperre

Wenn du eine Dampfsperre auf deinem Boden benötigst hast du 2 Möglichkeiten: Du kannst eine dünne Kunststofffolie als Dampfsperre unter der Trittschalldämmung deines Bodenbelages verlegen oder verwendest eine Trittschalldämmung für Laminat, die bereits über eine integrierte Dampfsperre verfügt. 

Bei einer Trittschalldämmung mit integrierter Dampfsperre ist auf der Oberseite eine dünne Aluminium-Folie aufgebracht, die verhindert, dass Feuchtigkeit an den Bodenbelag gelangen kann. Trittschalldämmung und Dampfsperre können also in einem Schritt verlegt werden, das spart Arbeitszeit. Allerdings musst du bei der Verlegung aufpassen, die Dampfsperre nicht zu beschädigen, da diese sehr dünn und empfindlich ist.

Integrierte Dampfsperre verlegen
Links: Trittschalldämmung mit separater Dampfsperre darunter; Rechts: Trittschalldämmung mit integrierter Dampfsperre

Alternativ kannst du unter deiner Trittschalldämmung seperat eine PE-Folie als Dampfbremse verlegen. Das macht mehr Arbeit, dafür ist die PE-Folie robuster. Außerdem bist du flexibel was die Auswahl deiner Trittschalldämmung angeht. Möchtest du eine Trittschalldämmung aus Kork oder Holzfaser-Platten auf einem mineralischen Untergrund verlegen, musst du darunter zwingend eine PE-Folie verlegen.

Die Boden Dampfsperre für Laminat / Parkett verlegen

Die fachgerechte Verlegung einer Dampfsperre ist zwar nicht unbedingt schwierig, allerdings sind dabei einige Dinge zu beachten, die häufig falsch gemacht werden. Die folgenden Schritte sind nötig, um eine PE-Folie als Dampfbremse auf dem Boden korrekt zu verlegen:

  • Sauge deinen Untergrund vor der Verlegung der Dampfsperre gründlich ab. Kleine Sternchen oder ähnliches könnten sonst die Dampfsperre beschädigen. Zusätzlich könnten diese auch für kleine Unebenheiten sorgen, die es natürlich zu vermeiden gilt.
  • Beginne dann einer Seite des Raumes und rolle die erste Bahn deiner Dampfsperre ab. Lasse diese an den Rändern jeweils an der Wand ca. 15-20 cm hochstehen. Schneide die erste Bahn mit einem scharfen Cutter zu, so dass diese überall entsprechend an der Wand hochsteht. Gegebenenfalls musst du deine PE-Folie jetzt noch aufklappen. Denn diese wird häufig doppellagig aufgerollt. 
  • Anschließend fährst mit den nächsten Bahnen genauso fort. Die nächste Bahn deiner Dampfsperre sollte die vorherige um ca. 20 cm überlappen. Den Übergang 2er Bahnen verklebst du anschließend mit einem Wasserfesten Alu Klebeband. Achte darauf, dass die Dampfsperre sauber und glatt aufliegt und keine Wellen schlägt.
  • Ist deine Dampfsperre im gesamten Raum ausgelegt, kannst du deine Trittschalldämmung und deinen Bodenbelag verlegen. Die Dampfsperre lasst du dabei die ganze Zeit an der Wand überstehen, denn diese wird später hinter der Sockelleiste noch ein Stück an der Wand hochgezogen.
  • An Türzargen, bodentiefen Fenstern, etc. kannst du die Dampfsperre natürlich nicht an der Wand hochziehen. Hier solltest du deine Dampfsperre möglichst präzise zuschneiden. Schneide die PE-Folie am besten aber erst dann zurecht, wenn du mit der Verlegung deines Laminats an der entsprechenden Stelle angelangt bist. Denn erfahrungsgemäß verrutscht eine PE-Folie im Laufe der Verlegung immer noch etwas.
  • Im letzten Schritt erfolgt das Montieren der Fußleisten. Dafür stehen dir unterschiedliche Techniken zur Auswahl. Wenn du die Sockelleisten schrauben, nageln oder mit Clips montieren willst, lässt du während der gesamten Montage die PE-Folie an der Wand hochstehen und schneidest am Ende einfach an der Oberkante der Fußleiste die überstehende PE-Folie mit einem Cutter ab. Diese Technik funktioniert nicht, wenn du die Sockelleisten kleben willst: In dem Fall schneidest du vor der Montage der Sockelleisten die PE-Folie ab. Und zwar genau in der Höhe deiner Sockelleisten abzüglich 2-3 cm – So findet der Kleber an der Oberseite der Sockelleiste genug halt, gleichzeitig ist durch die Dampfsperre auch die Sockelleiste vor Feuchtigkeit geschützt. Tipp: Nutze einige übereinander gelegte Laminatdielen als Schneidehilfe.

Wenn du eine Trittschalldämmung mit integrierter Dampfsperre verlegst, ist die Verlegung einfacher.  Diese wird nicht überlappend verlegt, sondern auf Stoß. Die Stöße werden dann mit Alu-Klebeband abgedichtet. Auch wird die Trittschalldämmung mit intergrierter Dampfbremse nicht an den Wänden hochgezogen. Stattdessen wird zur Wand hin mit einem speziellen L-Förmigen Alu-Klebeband* abgedichtet. 

Häufige Fragen zur Dampfbremse auf dem Boden:

Laminat Dampfsperre oder Dampfbremse? Was ist der Unterschied?

Fachlich gesehen gibt es einen Unterschied zwischen den Begriffen Dampfsperre und Dampfbremse. Während eine Dampfsperre absolut gar keine Feuchtigkeit hindurchlässt, ist eine Dampfbremse nur stark diffusionshemmend, lässt also noch sehr geringe Mengen an Feuchtigkeit hindurch. Bei einer PE-Folie, die unter Laminat verwendet wird, handelt es sich um eine Dampfbremse. Die sehr geringen Restmengen an Feuchtigkeit, die durch diese gelangen, machen dem Laminat nichts aus. Es ist so gesehen egal, ob man unter Laminat, Parkett, etc. eine Dampfsperre oder nur Dampfbremse verlegt. Daher werden die Begriffe im alltäglichen Sprachgebrauch meist synonym verwendet. Auch ich habe das hier in diesem Beitrag der Einfachheit halber getan, auch wenn es fachlich nicht ganz korrekt ist.

Was tun, wenn ich die Dampfsperre unter Laminat vergessen habe?

Wenn du dein Laminat bereits verlegt, aber die Dampfsperre vergessen hast, ist das natürlich ärgerlich. Allerdings bedeutet das nicht zwangsläufig, dass du deinen Laminatboden noch einmal neu verlegen musst. Eine Dampfsperre ist auf mineralischen Untergründen zwar grundsätzlich immer zu empfehlen, umgekehrt heißt das aber nicht, dass zwangsläufig Feuchtigkeitsschäden entstehen, wenn keine Dampfsperre verlegt wurde. In einem solchen Fall solltest du immer das Risiko von Feuchtigkeitsschäden gegen den Aufwand einer Neuverlegung deines Bodenbelags abwägen. Wurde dein Laminat in einem Keller verlegt? Gibt es Anzeichen auf Feuchtigkeitsprobleme im Untergrund? Dann solltest du tatsächlich dein Laminat noch einmal abnehmen, eine Dampfsperre verlegen und dann das Laminat neu verlegen. Andernfalls macht es Sinn, das eher niedrige Risiko von Feuchtigkeitsschäden in Kauf zu nehmen und auf eine Neuverlegung zu verzichten. Dabei muss dir allerdings klar sein, dass du sämtliche Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller deines Laminatbodens verlierst. Außerdem solltest du dein Laminat im Auge behalten und regelmäßig prüfen, dass dieses keinen Schaden nimmt. 

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