Laminat raumübergreifend verlegen – Das ist zu beachten

Laminat raumübergreifend verlegen – Das ist zu beachten

Wer Laminat in mehreren Räumen verlegen möchte fragt sich möglicherweise, ob der Bodenbelag raumübergreifend verlegt werden kann. In diesem Beitrag erklären wir, wieso die durchgehende Verlegung an Türen in den meisten Fällen keine gute Idee ist und welche Ausnahmen es gibt.
Hinweis: Alles was in diesem Beitrag für Laminat gilt, gilt genauso auch für andere Klickböden aus Vinyl, Parkett oder Kork.

Kann Laminat raumübergreifend verlegt werden?

Grundsätzlich gilt: Laminat sollte nicht raumübergreifend verlegt werden, also nicht ohne Dehnungsfuge durch Türen hindurch. Laminat besteht zum Großteil aus Holz, das sich je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausdehnt oder zusammenzieht. Wird das Laminat raumübergreifend verlegt, kann es sich durch Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in den beiden Räumen unterschiedlich stark ausdehnen. So entstehenden Spannungen im Bodenbelag, insbesondere am Übergang zwischen den beiden Räumen. Ausgerechnet an dieser Stelle ist die Verbindung im Laminatboden auf Grund der Enge der Tür auch noch besonders schwach. Werden die Spannungen zu stark, hebt sich der Laminatboden an der Tür oder reißt im schlimmsten Fall komplett auf. Eine Dehnfuge im Laminat am Übergang von zwei Räumen verhindert solche Spannungen und Schäden.


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Ausnahmen: Wann Laminat durch die Tür durchgelegt werden kann

Die Regel, dass man Laminat nicht ohne Dehnungsfuge durch Türen hindurch legen sollte ist zwar grundsätzlich richtig, in der Praxis kann man aber in einigen Fällen eine Ausnahme machen.

Sehr kleine Räume wie z.B. Abstellräume

Laminat raumübergreifend verlegen
An der kleinen Abstellkammer am Ende dieses Flures kann der Bodenbelag durchgelegt werden.

Je mehr Fläche ein Raum hat, desto stärker dehnt sich das Laminat durch Schwankungen von Temperatur oder Luftfeuchtigkeit aus. In einem sehr kleinen Raum (maximal 2-3 qm) ist diese Ausdehnung daher nur sehr gering und es können kaum Spannungen entstehen. Das Laminat kann daher raumübergreifend zwischen zwei Räumen verlegt werden, wenn einer der Räume nur sehr klein ist. Beispielsweise könnte das Laminat durchgehend zwischen einer Küche und einer kleinen Speisekammer verlegt werden, oder zwischen einem Schlafzimmer und einem kleinen Ankleideraum.

Raumteilende Türen und offene Türbögen 

Werden zwei Räume mit einem offenen Türbogen miteinander verbunden, ist die Gefahr, dass Spannungen aufgrund von unterschiedlicher Temperatur oder Luftfeuchtigkeit im Laminatboden entstehen, sehr gering. Das gleiche gilt, wenn es sich eigentlich um einen großen Raum handelt, der lediglich durch eine große raumteilende Tür getrennt werden kann. Beispielsweise bei einem gemeinsamen Wohn- und Esszimmer. In diesen beiden Fällen kann ebenfalls auf eine Dehnungsfuge verzichtet und das Laminat raumübergreifend verlegt werden. Allerdings nur, wenn dabei die vom Hersteller maximal zulässige Raumgröße nicht überschritten wird. Diese Beträgt in der Regel 8 Meter in Längs- und Querrichtung. 

Wichtiger Hinweis: Auch wenn eine raumübergreifende Verlegung in der Praxis manchmal möglich ist, erlauben die Garantiebedingungen der Hersteller diese im Normalfall trotzdem nicht. Wer Laminat durch die Tür hindurch verlegt, muss davon ausgehen, dass keine Garantieansprüche mehr geltend gemacht werden können. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob ihm der Garantieanspruch oder der perfekte Übergang wichtiger ist. 

Kann man eine Dehnungsfuge nachträglich einbauen?

Ja, das ist möglich. Falls ein Laminatboden fälschlicherweise raumübergreifend verlegt wurde und deshalb Probleme verursacht, kann eine Dehnfuge auch noch nachträglich eingebaut werden. Dafür wird in der Türzarge der Verlauf der Dehnungsfuge mit einem Bleistift angezeichnet und diese dann herausgesägt. Dafür wird ein Multifunktionswerkzeug* mit Sägeaufsatz, auch als Schwingsäge bezeichnet, benötigt. Der entstandene Spalt kann dann mit einem Übergangsprofil* zum Schrauben oder Kleben abgedeckt werden. 

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