Trittschalldämmung aus Holzfaser – Vor- und Nachteile erklärt!

Trittschalldämmung aus Holzfaser – Vor- und Nachteile erklärt!

Holzfasern sind eines von vielen Materialien, aus denen Trittschalldämmungen für Bodenbeläge wie Parkett oder Laminat hergestellt werden. Holzfaserplatten sind im Gegensatz zu Dämmunterlagen aus Kunststoff besonders ökologisch. In diesem Beitrag erfährst du, welche Vor- und auch Nachteile eine Trittschalldämmung aus Holzfaser hat und für welche Einsatzzwecke sie sich besonders eignet. 

Inhaltsübersicht:

Holzfasern als Trittschalldämmung
Verlegung von Holzfaserplatten
Die Vorteile von Trittschalldämmung aus Holzfaser
Die Nachteile von Trittschalldämmung aus Holzfaser
Zusammenfassung: Trittschalldämmung aus Holzfaser 

Holzfasern als Trittschalldämmung

Holzfaserplatten zählen zu den natürlichen Dämmstoffen und werden im Hausbau für verschiedenste Zwecke eingesetzt. Die Herstellung von Holzfaserplatten erfolgt in der Regel aus Hackschnitzeln und anderen Sägeresten. Diese werden in einem mehrstufigen Prozess zerkleinert und gekocht um die einzelnen Holzfasern zu gewinnen, die dann zusammen mit einem Bindemittel zu Platten gepresst werden. Je höher beim Pressen die Dichte der Platte wird, desto fester und stabiler wird die Holzfaserplatte. Hochdichte (HDF) und mitteldichte Faserplatten (MDF) werden beispielsweise verwendet um Laminat herzustellen. Holzfaserplatten mit niedriger Dichte sind hingegen weicher und finden dann als Wärmedämmung oder eben Trittschalldämmung Verwendung. Letztere werden in Stärken von 3-7 mm angeboten und zur besseren Erkennung eigentlich immer grün eingefärbt. 

Achtung Verwechslungsgefahr: Für Bodenbeläge solltest du nur die grünen Trittschalldämmungen mit einer Stärke von maximal 7 mm verwenden! Es gibt auch braune Holzfaser-Dämmplatten, mit einer Stärke von 10 mm, 20 mm oder mehr. Diese sind aber nur für die Schalldämmung unter einem Estrich oder für vergleichbare Zwecke geeignet, nicht für Bodenbeläge! Bei einer solchen, zu dicken Dämmplatte kann es sonst passieren, dass der Bodenbelag an den Verbindungsstellen nachgibt und aufbricht. 

Ökotex Holzfaser Trittschalldämmung für Laminat-/ Parkett- und Korkböden 7 m²
Plattenformat: 790 x 590 mm / Stärke: 5 mm; Trittschallverbesserung ca. 19 dB

Verlegung von Holzfaserplatten

Die Verlegung von Holzfaserplatten ist eigentlich denkbar einfach. Die einzelnen Platten werden einfach bündig auf dem Untergrund ausgelegt. Das Zuschneiden von Platten gelingt am besten mit einem scharfen Cuttermesser. Ein Verkleben der Platten mit Klebeband ist nicht notwendig. 

Allerdings musst du auf mineralischen Untergründen (z.B. Estrich) unbedingt vorher eine PE-Folie als Dampfsperre auslegen. Diese verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Untergrund in die Holzfaserplatten gelangen kann. Verlegst du auf einem Untergrund aus Holz (Dielen, OSB, etc.) solltest du hingegen keine Dampfsperre verwenden.

Die Vorteile von Trittschalldämmung aus Holzfaser

Umweltfreundlich und Nachhaltig

Durch die Herstellung aus Holzresten sind Holzfaser-Trittschalldämmungen besonders ökologisch. Holzreste fallen in der Holzindustrie ohnehin an. Holzfaserplatten daraus herzustellen ist da sozusagen die perfekte nachhaltige Reste-Verwertung. Abgesehen vom Bindemittel werden außerdem ausschließlich nachwachsende Ressourcen für die Herstellung verwendet. Zu guter letzt können Holzfaserplatten auch wieder recycelt werden. Trittschalldämmungen aus Kunststoff wie PE-Schaum oder XPS hingegen landen eigentlich immer in der Müllverbrennung. 

Übrigens: Als ebenfalls umweltfreundliche Alternative zu Holzfaserplatten bietet sich Trittschalldämmung aus Kork an. Holzfaserplatten sind allerdings deutlich preisgünstiger als Kork.

Diffusionsoffen – Perfekt auf einem Holzboden

Holzfaserplatten sind diffusionsoffen, das heißt sie können in gewissem Maße Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und wirken so feuchtigkeitsregulierend. Eine oft wertvolle Eigenschaft, die Unterlagen aus Kunststoff nicht haben. Holzfaser eignet sich daher besonders in Altbauten und auf Untergründen aus Holz wie Dielenboden, OSB-Platten / Spanplatten oder altem Parkett. Denn überall dort wird ebenfalls in Maßen Feuchtigkeit aufgenommen. Die Holzfaserplatten helfen dabei, dass diese wieder abgeben werden kann. Das beugt Schimmel und Feuchtigkeitsschäden vor. Zusätzlich sorgt es für ein angenehmes Raumklima.

Druckstabile Unterlage

Holzfaserplatten besitzen eine besonders hohe Druckstabilität, von je nach Dicke rund 10-20 to / m². Die Druckfestigkeit von einer gleich starken Dämmung aus EPS (Kunststoff) ist im Vergleich nur etwa halb so hoch. Diese Zahlen mögen etwas abstrakt wirken, bedeuten in der Praxis aber Folgendes: Eine druckstabilere Dämmung gibt weniger nach wenn man darauf läuft, das sorgt für ein angenehmeres und hochwertigeres Laufgefühl. Außerdem ist das Risiko geringer, dass das Volumen der Dämmung über die Jahre schrumpft und der Boden absackt, insbesondere dort, wo über lange Zeit hohes Gewicht auf dem Bodenbelag lastet. 

Die Nachteile von Trittschalldämmung aus Holzfaser

Nur bedingt resistent gegen Feuchtigkeit

Wie bereits oben erwähnt ist Holzfaser diffusionsoffen und daher ideal auf Holzuntergründen. Auf mineralischen Untergründen (z.B.) Estrich musst du unter deinen Holzfaserplatten allerdings unbedingt eine PE-Folie als Dampfsperre verlegen. Feuchtigkeit im Estrich stellt nämlich ein Problem für Holzfaserplatten da, welche die Feuchtigkeit aufnehmen aber nicht mehr richtig abgeben können. Ohne Dampfbremse als Feuchtigkeitsschutz drohen Feuchtigkeitsschäden und Schimmel. Trittschalldämmung aus Kunststoff gibt es auch mit integrierter Dampfsperre, dort kannst du dir daher etwas Arbeit bei der Verlegung sparen.

Zusätzlich eignen sich Holzfaserplatten grundsätzlich nicht zur Verlegung in Feuchträumen. Hier ist das Risiko von Schäden durch Feuchtigkeit zu hoch. 

Nicht in geringen Stärken erhältlich

Damit die Holzfaserplatten gut verarbeitet werden können und nicht zerbrechen sind diese mindestens 3 mm dick. Viele Baumärkte verkaufen Holzfaserplatten meiner Erfahrung nach auch nur in einer Stärke von 5 mm. Daher eignen sich Holzfaserplatten in der Regel nur für Parkett und Laminat, nicht für Vinyl. Denn für Vinylböden sind in der Regel nur sehr dünne Trittschalldämmungen bis maximal 1,5 mm Dicke erlaubt. Eine dickere Trittschalldämmung hat außerdem den Nachtteil, dass du wertvolle Raumhöhe verlierst. 3 mm mögen nach nicht viel klingen, können aber durchaus einen Unterschied machen. Zumal du auch immer bedenken musst, wie sich die Höhe des Bodenbelages zu angrenzenden Räumen verhält und dass du eventuell Türen kürzen musst, wenn dein Bodenbelag zu hoch wird.

Mehr zur Trittschalldämmung Dicke erfährst du in einem weiteren Beitrag. 

Ökotex Holzfaser Trittschalldämmung für Laminat-/ Parkett- und Korkböden 21 m²
Plattenformat: 790 x 590 mm / Stärke: 5 mm; Trittschallverbesserung ca. 19 dB

Zusammenfassung: Trittschalldämmung aus Holzfaser 

Holzfaserplatten zählen zu den natürlichen Dämmstoffen, die im Hausbau für verschiedenste Zwecke eingesetzt werden. Hier noch einmal das wichtigste zu Holzfaser als Trittschalldämmung auf einen Blick:

  • Verwende als Trittschalldämmung für Bodenbeläge nur die meist grünen Holzfaserplatten bis 7 mm Stärke. Dickere braune Holzfaserplatten sind nicht geeignet!
  • Verlegst du Holzfaserplatten auf einem mineralischen Untergrund benötigst du eine PE-Folie als Dampfsperre. Auf einem Untergrund aus Holz (OSB/Dielen) hingegen nicht!
  • Holzfaserplatten werden aus Holzresten hergestellt und sind daher besonders ökologisch und nachhaltig.
  • Außerdem ist Holzfaser diffusionsoffen und wirkt so feuchtigkeitsregulierend. Das ist besonders in Altbauten und auf Untergründen aus Holz von Vorteil. Hier ist eine Trittschalldämmung aus Holzfaser die erste Wahl!
  • Holzfaserplatten sind außerdem sehr druckstabil. Das sorgt dafür, dass der Boden über die Jahre nicht absackt und für ein angenehmes Laufgefühl sorgt.
  • Allerdings sind Holzfaserplatten nicht vollständig wasserfest und eignen sich daher nicht in Feuchträumen.
  • Außerdem ist eine Holzfaser-Trittschalldämmung durch die Stärke von mindestens 3 mm, oftmals 5 mm in der Regel nicht für Vinyl geeignet und verursacht eine größere Aufbauhöhe als eine vergleichbare Dämmung aus Kunststoff. 

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