Ein geeigneter Klick-Vinyl / Laminat Untergrund: So muss er sein!

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Möchtest du einen neuen Bodenbelag verlegen, solltest du nicht einfach draufloslegen, sondern zuerst deinen Untergrund prüfen und gegebenenfalls aufbereiten. Bei meiner Arbeit als Bodenleger sehe ich leider häufig Schäden an Laminatböden, die durch die Verlegung auf einem ungeeigneten Untergrund entstanden sind und hätten vermieden werden können. Wie du es von Anfang an besser machst und ein Vinyl oder Laminat Untergrund aussehen sollte, das zeige ich dir in diesem Beitrag!

Inhaltsübersicht:

Untergrund für Laminat & Co – Die Grundregel

Es gibt eine einfache Regel, mit der man ganz allgemein die Tauglichkeit eines Untergrundes für einen neuen Bodenbelag prüfen kann. Ein Untergrund für Vinyl / Laminat muss sauber, trocken, eben und tragfähig sein. Das heißt konkret:

  • Sauberkeit: Vor der Verlegung solltest du deinen Untergrund einmal absaugen, um diesen grob zu reinigen. Dreck und kleine Steinchen können sonst zu Unebenheiten führen, die bei der Verlegung des neuen Bodenbelages ein Problem darstellen. 
  • Trockenheit: Dein Untergrund sollte außerdem auf keinen Fall feucht sein. Möchtest du auf einem neuen Estrich verlegen, muss dieser unbedingt ausreichend durchgetrocknet sein, was mehrere Wochen dauern kann. Bei Feuchtigkeit auf alten Untergründen solltest du unbedingt der Ursache auf den Grund gehen, möglicherweise liegt hier ein unentdeckter Wasserschaden vor!
  • Ebenheit: Ein Vinyl oder Laminat Untergrund muss unbedingt eben sein! Pro laufendem Meter dürfen die Unebenheiten je nach Bodenbelag nur ca. 1-3 mm betragen. Diese geringen Unebenheiten sind nicht schlimm, da diese durch die Trittschalldämmung ausgleichen werden. Stärker sollten die Unebenheiten allerdings nicht sein, da der Bodenbelag sonst an den Verbindungsstellen brechen kann. Dazu weiter unten noch mehr.
  • Tragfähigkeit: Bei mineralischen Untergründen, also z.B. Estrich, ist die Tragfähigkeit meist kein Problem. Bei einem Holzuntergrund oder OSB-Platten solltest du allerdings prüfen, dass der Boden sich beim Laufen darauf nicht stark durchbiegt.

(Un-)Geeignete Untergründe unter Laminat & Co

Grundsätzlich können Bodenbeläge wie Laminat oder Vinyl auf einem mineralischen Untergrund, auf Holzböden oder auch auf bereits vorhandenen, alten Bodenbelägen verlegt werden:

  • Mineralische Untergründe wie Estrich, Beton, etc. sind der ideale Laminat Untergrund. Prüfe im Altbau unbedingt die Ebenheit. Über Jahrzehnte passiert es häufig, dass sich der Estrich verformt oder an bestimmten Stellen absackt.
  • Untergründe aus Holz wie Dielenboden oder OSB-Platten sind ebenfalls geeignet. Hier solltest du besonders darauf achten, dass der Boden überall stabil ist. Lockere Bretter musst du unbedingt festschrauben. Weitere Infos im Beitrag Laminat auf OSB-Platten verlegen
  • Fliesenböden sind ebenfalls als Untergrund für Laminat oder Vinyl geeignet. Sockelfliesen solltest du vor der Verlegung entfernen. Weisen die Fugen oder Fliesen zueinander starke Höhenunterschiede auf musst du den Fliesenboden erst ausgleichen.
  • Verklebtes PVC oder Linoleum kann ebenfalls als Untergrund für einen neuen Laminatboden dienen. Prüfe hier unbedingt auf Unebenheiten, diese sind leider oft vorhanden, fallen aber auf den ersten Blick nicht auf. 

NICHT GEEIGNET sind hingegen schwimmend verlegte (also nicht verklebte) Bodenbeläge und Teppichboden:

  • Teppichboden wird gerne als Untergrund für Laminat verwendet, ist dafür aber aus vielerlei Gründen nicht geeignet: Zum einen kann sich Feuchtigkeit im Laminatboden sammeln und zu Schimmelbildung führen. Außerdem ist Teppich zu weich, das Laminat biegt sich darauf auf Dauer durch und geht an den Verbindungsstellen kaputt.
  • Schwimmend verlegte Bodenbeläge wie Klick-Parkett oder Laminat solltest du ebenfalls entfernen. Eine zweite Schicht darauf sorgt sonst für einen instabilen Aufbau und es können störende Geräusche entstehen. Die Entfernung ist in der Regel aber kein großer Aufwand.

Ein unebener Untergrund – Häufiges Problem beim Laminat verlegen

Durch eine Unebenheit sackt das Laminat hier auf der rechten Seite ab. Die Folge: Die Kanten stehen hoch und das Dekor wurde über die Zeit abgenutzt.

Egal ob Estrich, Holzboden oder alter PVC – Unebenheiten im Untergrund sind in Altbauten ein sehr häufiges Problem. Häufig ignorieren Heimwerker Unebenheiten und verlegen das neue Laminat oder Vinyl einfach trotzdem darauf. Bitte mach das nicht! Unebenheiten führen zu einem unschönen Laufgefühl und früher oder später zu Schäden am Laminat. Es lohnt sich daher fast immer, die Unebenheiten im Untergrund zu entfernen. Dafür stehen dir die folgenden Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Abschleifen von Unebenheiten: Bei Holzuntergründen geht das mit einer Parkettschleifmaschine, bei Estrich mit einem Betonschleifer*. Das Schleifen erfordert allerdings teures Werkzeug und erzeugt viel Staub. Daher eignet sich diese Technik in erster Linie dann, wenn es sich nur um wenige Stellen handelt, an denen es Erhebungen im Untergrund gibt.
  • Ausgleichen mit Fließspachtel: Selbstnivellierende Ausgleichsmasse oder Fließspachtel ist der Way-To-Go um leichte Unebenheiten bis ca. 10 mm auszugleichen. Allerdings müssen alle alten Bodenbeläge (PVC,…) vor dem Auftrag entfernt werden, da die Masse darauf nicht haftet.
  • Manuelles Spachteln: Statt einen sehr flüssigen Fließspachtel zu verwenden, kann auch ein herkömmlicher Betonspachtel verwendet werden. Dieser muss dann mit einer Glättkelle von Hand auf die richtige Höhe aufgetragen werden. Diese Technik eignet sich besonders bei leichten Unebenheiten, erfordert allerdings eine Menge handwerkliches Geschick.
  • Ausgleichen mit Trockenestrich: Bei extrem starken Unebenheiten von mehreren Zentimetern ist das Ausgleichen mit Fließspachtel nicht mehr möglich bzw. nicht wirtschaftlich. In dem Fall kann der Untergrund mit einer Trockenestrich-Schüttung ausgeglichen werden. Darauf werden dann Trockenestrich-Platten verlegt, die als Untergrund für einen neuen Bodenbelag dienen. 

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