Laminat lässt sich runterdrücken oder kommt hoch: Ursachen & Lösungen

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Dass sich ein Bodenbelag aus Laminat nach oben wölbt und sich dann runterdrücken lässt kommt häufig vor. Meist ist eine falsche Verlegung des Laminats die Ursache. Die häufigsten Gründe, die dafür sorgen, dass Laminat hoch kommt und wie du dieses Problem lösen kannst erfährst du in diesem Beitrag!

Inhaltsübersicht:

Laminat lässt sich runterdrücken: Das Problem

Laminat wird zwar nur schwimmend verlegt, also nicht mit dem Untergrund verklebt, dennoch sollte ein Laminatboden immer eben und gleichmäßig liegen. Sind die einzelnen Laminatdielen korrekt miteinander verbunden, sollte der Boden durch das Eigengewicht des Laminats eigentlich nirgendwo hochstehen. 

Laminat lässt sich runterdrücken
Mit einem Gummihammer lässt sich eine hochstehende letzte Reihe Laminat nach unten drücken

Eine kleine Ausnahme bilden die erste und die letzte Reihe des Laminatbodens. Dass diese bei der Verlegung leicht hoch stehen, kommt insbesondere dann häufig vor, wenn diese in der Breite zugeschnitten wurden. Ist die Reihe nur noch sehr schmal und hat daher wenig Gewicht, legt sich diese nicht so gut plan und steht dann etwas hoch (ca. 1 cm). Häufig kommt noch hinzu, dass die Klickverbindung dann auch nicht perfekt einrastet. Wenn sich deine letzte Reihe Laminat leicht hochdrückt, ist das allerdings nicht schlimm. Schlage mit einem Gummihammer einfach vorsichtig auf das Ende der Diele um das Laminat nach unter zu drücken. Alternativ bietet sich ein Zugeisen* an. Durch kräftige Schläge auf das Zugeisen lässt sich die letzte Reihe sauber mit dem restlichen Laminat verbinden und sollte dann auch nicht mehr hochstehen. Sollten diese beiden Schritte nicht zum Erfolg führen, kannst du das Laminat auch durch die Montage der Sockelleiste nach unten drücken. 

Wenn das Laminat allerdings nachträglich hoch kommt oder sich Bahnen in der Mitte des Raumes wölben, sind häufig die folgenden Gründe dafür verantwortlich.

Zu geringe Dehnungsfuge sorgt für Wölbungen im Laminat

Laminat ist ein Bodenbelag, der aus Holz besteht und sich daher durch Schwankungen von Temperatur oder Luftfeuchtigkeit ausdehnen oder zusammenziehen kann. Damit der Laminatboden Platz hat, um sich auszudehnen, sollte zu allen Wänden eine Dehnungsfuge von mindestens ca. 8 mm eingehalten werden. Wird die Dehnfuge allerdings nicht eingehalten und ist zu schmal, drückt sich das Laminat nach oben, wenn sich dieses ausdehnt. Die Laminatreihe klemmt sich sozusagen zwischen den Wänden ein. Der einzige Weg für das ausgedehnte Laminat führt dann noch nach oben. Das Ergebnis ist ein Laminatboden, der hoch steht, sich aber mit Gewicht runterdrücken lässt.

Um zu prüfen, ob eine zu geringe Dehungsfuge das Problem ist, musst du die Sockelleisten demontieren. Prüfe dann, ob das Laminat auf Spannung an den Wänden anliegt. Falls dass der Fall ist, kannst du das Ende des Laminats mit einem Multifunktionswerkzeug* entfernen, so dass sich zur Wand hin eine Dehnfuge von mindestens 8 mm ergibt. 

Unebener Untergrund überträgt sich aufs Laminat

Ein weitere häufiger Grund für Wölbungen im Laminatboden sind Unebenheiten im Untergrund. Für die fachgerechte Verlegung eines Laminatbodens darf der Untergrund in der Regel Unebenheiten von maximal 3-4 mm aufweisen, eine passende Trittschalldämmung vorausgesetzt. Oft wird Laminat allerdings auf Untergründen verlegt, die deutlich stärkere Unebenheiten aufweisen. Die Folge: Unter dem Laminat entstehen an manchen Stellen Hohlräume – An anderen Stellen drückt sich der Laminatboden nach oben, weil der starre Laminatboden diese Unebenheiten nicht ausgleichen kann. Solche Unebenheiten können bereits bei der Verlegung für Probleme beim Verbinden der Dielen sorgen, aber auch erst über die Jahre entstehen. Besonders wenn dann noch schwere Möbel oder Küchen auf dem Laminat stehen, drückt sich dieses häufig an der anderen Seite des Raumes hoch. Erst wenn man darauf läuft, lässt sich das Laminat runterdrücken. 

In der Regel merkt man Unebenheiten im Untergrund bereits, wenn man auf dem Boden läuft und die Vertiefungen bzw. Erhöhungen spürt. Messbar werden die Unebenheiten mit einer Wasserwaage. Bei leichten Unebenheiten kann es eine Lösung sein, dass Laminat noch einmal aufzunehmen und eine dickere Trittschalldämmung zu verlegen, die die Unebenheiten besser ausgleicht. Bei starken Unebenheiten ist die einzige Lösung, das Laminat zu entfernen und den Untergrund mit Ausgleichsmasse zu ebnen. Bei einem neu verlegten Laminatboden kann dieser dann wieder verlegt werden. Bei älteren Böden ist die Klickmechanik häufig schon so verformt, dass ein neuer Laminatboden her muss.

Zusammenfassung: Wenn das Laminat hoch kommt

Wenn sich erste oder letzte Reihe nicht gleich perfekt legt, sondern leicht nach oben steht, ist das kein Problem. Mit einem Gummihammer oder einem Zugeisen lässt sich der Bodenbelag nach unter drücken.

Wenn das Laminat sich allerdings großflächig wölbt bzw. hoch kommt, steckt ein größeres Problem dahinter. Die zwei häufigsten Ursachen sind dann:

  • Die Dehnfuge wurde nicht eingehalten: Das Laminat hat sich ausgedehnt und deshalb nach oben gewölbt. In dem Fall müssen zunächst die Sockelleisten entfernt und dann die Dehnungsfuge nachträglich geschaffen werden.
  • Der Untergrund ist uneben: Durch Unebenheiten im Untergrund wölbt sich der starre Laminatboden an manchen Stellen nach oben oder nach unten. In dem Fall muss ein ebener Untergrund geschaffen werden. Bei starken Unebenheiten ist eine Entfernung des Untergrundes und das Ausgleichen der Unebenheiten mit Fließspachtel die sinnvollste Lösung.

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